PRESSEINFORMATION

Isny, September 2019

Servicetext zum Welttag der Patientensicherheit



Wie Patienten und Angehörige bei medizinischen Hilfsmitteln auf Nummer sicher gehen können

Ob Rollator, Badewannenlifter oder Duschhocker — medizinische Hilfsmittel müssen sicher in der Handhabe, qualitätsgeprüft und langlebig sein. Das will der 17. September als Tag der Patientensicherheit in den Fokus rücken. Denn: Wer Hilfsmittel benutzt, ist im Alltag darauf angewiesen und möchte nicht mit seinem Rollator im Supermarkt mit gebrochenen Rädern liegen bleiben. Oder mit seinem Duschstuhl auf nassen Fliesen umkippen. Dass Hilfsmittel nicht automatisch sicher und qualitätsgeprüft sind, zeigen Rückrufaktionen von Rollatoren großer Discounter oder das Verschleißen einzelner Bauteile bereits nach kurzem Gebrauch.
Jeder Hersteller ist für die Sicherheit seiner Produkte selbst verantwortlich. Welche Möglichkeiten haben daher Patienten und Verbraucher einzuschätzen, ob es sich bei ihrem Rollator oder Badewannensitz um ein hochwertiges medizinisches Qualitätsprodukt handelt, das sicher in der Handhabung ist? Oder um ein Produkt ohne entsprechende Qualitäts- und Sicherheitsstandards?

Zwei Zeichen für Sicherheit und Qualität

„Anhand von zwei grundlegenden Kennzeichen kann der Nutzer erkennen, ob es sich um geprüfte Medizinprodukte handelt: Dem CE-Zeichen und der zum Produkt gehörenden sogenannten Konformitätserklärung“, weiß Michael Schreiber, Qualitätsmanager bei Invacare, Hersteller und Weltmarktführer im Bereich häuslicher und institutioneller Hilfsmittel. „Nur in der Konformitätserklärung wird vollumfänglich ersichtlich, welche Normen und die damit verbundenen Anforderungen das Hilfsmittel erfüllt.“ In der Konformitätserklärung attestiert der Hersteller, dass er die Anforderungen, die in der Europäischen Medizinprodukte-Richtlinie geregelt sind, einhält. Sie lässt sich in der Regel auf den Internetseiten der Hersteller einsehen. Der Verbraucher kann in diesem Fall von einem sicheren Produkt ausgehen. Fehlt dem Produkt aber das CE-Zeichen, handelt es sich nicht um ein Medizinprodukt. Bei höher klassifizierten Produkten wie Sauerstoff-Konzentratoren oder Implantaten muss zudem ein Prüfinstitut die Konformität bestätigen.

Wichtig bei Medizinprodukten: die Hilfsmittelnummer

Eine weitere Orientierung bietet die sogenannte Hilfsmittelnummer, kurz HMV-Nr.. Sie wird von den Spitzenverbänden der Krankenkassen vergeben. Nur Produkte, die zu den Medizinprodukten zählen, dürfen diese Nummer tragen. Die Produkte sind auf Rezept erhältlich, die Krankenkassen übernehmen oft ihre Kosten. Um eine Hilfsmittelnummer verwenden zu dürfen, müssen Unternehmen unter anderen die Funktionstauglichkeit, die Sicherheit, die indikationsbezogenen Anforderungen sowie den medizinischen Nutzen des Produktes nachweisen. Besitzen Rollator & Co. diese Nummer, kann der Verbraucher davon ausgehen, dass das Produkt die strengen gesetzlichen Vorgaben für Medizinprodukte erfüllt.

Fazit: Medizinprodukt oder nicht?

Handelt es sich bei Rollator & Co. also um ein sogenanntes Medizinprodukt, so können Nutzer eine hohe Qualität und Sicherheit des Produktes erwarten. Die oben genannten Zeichen & Co. geben hier Orientierung. Zuverlässige Beratung und Einweisung findet man im Sanitätsfachhandel. Schließlich ist die Einhaltung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei medizinischen Hilfsmitteln besonders wichtig. Ein Thema, das nicht nur am Tag der Patientensicherheit, sondern angesichts der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnen wird.