Markenbotschafter Janis McDavid

Interview mit Janis McDavid


„Yes you can“
3 Fragen an Janis McDavid zu seinem Leben, seinem Ehrgeiz und der Möglichkeit, Grenzen zu überwinden


1. Sie sind Motivationsredner, studieren in der Nähe von Bochum und sind Markenbotschafter des Unternehmens Invacare. Woher nehmen Sie die ganze Energie?

Janis McDavid: Da ich ohne Arme und Beine zur Welt gekommen bin, habe ich von Geburt an die Welt aus anderen Augen gesehen und dabei gelernt, viel Kreativität zu entwickeln, um mein Leben selbst zu gestalten. Für mich ist es extrem wichtig, meine eigenen Grenzen täglich zu überwinden. So konzentriere ich mich nicht auf Probleme, sondern auf Lösungen. Mein wichtigster Körperteil ist dabei mein Kopf, denn genau der treibt mich jeden Tag aufs Neue an. In meinem Beruf als Motivationsredner versuche ich, anderen Menschen dabei zu helfen, mit Misserfolgen umzugehen, Herausforderungen zu meistern und das Leben einfach zu leben.


2. Sie haben den Leitspruch „Yes you can.“ Was meinen Sie damit?

Janis McDavid: Ich lebe ein ganz normales Leben, studiere, gehe einem Job nach, habe Freunde und Familie. Ich gestalte meinen Alltag größtenteils selbst, auch wenn ich immer wieder auf die Hilfe von meinen Mitmenschen angewiesen bin. „Yes you can“ – bedeutet, dass vieles möglich ist, wenn man seine Grenzen überwindet und sich seiner Fähigkeiten bewusst wird. So ist eines meiner größten Hobbies etwa das Reisen. Obwohl man denken könnte, ein Rollstuhlfahrer sei eingeschränkt in seiner Mobilität, gibt es immer mehr von uns, die die Weiten der Erde für sich entdecken. Ich bin oft unterwegs und liebe es, andere Länder und Kulturen kennen zu lernen. Außerdem ist dies die beste Möglichkeit, anderen zu zeigen, dass man mit körperlichen Herausforderungen keineswegs ans heimische Sofa gefesselt ist.


3. Welche Bedeutung hat das Thema Mobilität für Sie?

Janis McDavid: Ich hatte das große Glück, bei Eltern aufzuwachsen, die mir in entscheidenden Momenten keine Hilfe angeboten haben. Sie forderten mich heraus, ohne Strohhalm aus einem Glas zu trinken oder ohne Hilfe Türen zu öffnen. Dies hat mir geholfen, mich weiterzuentwickeln und selbstständig zu werden. Hierfür spielt Mobilität natürlich eine entscheidende Rolle. Bereits mit 19 Monaten, das Alter, in dem andere Kinder laufen lernen, hatte ich meinen ersten Elektro-Rollstuhl. Seitdem ist er mein täglicher Begleiter und hilft mir, mein Leben selbstbestimmt zu gestalten.
Ich bin froh, dass sich die Technik auch im Rollstuhlsegment immer weiterentwickelt. Dadurch wird mir die Teilhabe am täglichen Leben stark erleichtert. Aktuell probiere ich einen Rollstuhl von Invacare aus. Seine neue Technologie bewirkt, dass sich der Rollstuhl meinen Bedürfnissen anpasst und nicht umgekehrt. Mit dem Touchscreen wähle ich verschiedene Steuerungsmöglichkeiten aus und dann kann ich ihn per Joystick mit der Schulter steuern. Besonders interessant: Ich kann über den Touchscreen sogar meinen Computer ansteuern und dann den Rollstuhl-Joystick als Mouse-Steuerung nutzen. Sollte einmal etwas nicht funktionieren, informiert der Rollstuhl per App meinen Fachhändler, sodass ich schnellstmöglich wieder mobil bin. Das ist für mich in meinem Alltag eine große Erleichterung.